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Die Edition Magic Motion

 

Malerei oder Fotografie?

Ich experimentiere gerne im Grenzbereich dieser beiden Bildwelten.
Die hier gezeigten Fotos entstanden aus der Bewegung heraus, aus dem fahrenden Zug oder Auto, manchmal auch durch Bewegung
der Kamera. Es handelt sich um originale Fotografien. Der ‚malerische Wischeffekt‘ entsteht bereits während der Aufnahme aus dem
Zusammenwirken von Bewegung und langen Belichtungszeiten.

 

Die Edition Magic Motion ist als Leinwanddruck in einer begrenzten Auflage von 50 Stück pro Motiv erhältlich. Jeder Druck wird vom
Fotografen auf der Rückseite signiert und nummeriert.

 

Die Leinwanddrucke werden auf modernsten 12-Farb-Druckern hergestellt und auf Keilrahmen aufgezogen. Sie können auf Wunsch in
verschiedenen Größen (von 40 cm bis 150 cm Breite) erworben werden. Preise im aktuellen Editions-Katalog oder auf Nachfrage.
Das Copyright verbleibt beim Fotografen.

 

 

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Zu den Malerei-Serien:

 

 

WYSIWYG ein Begriff aus der Computerwelt, ist die Abkürzung von ‚What You See Is What You Get‘. Damit soll gewährleistet werden, dass der Computer ein Dokument genau so ausgibt, wie es auf dem Bildschirm zu sehen war, eine Art objektive Visualisierungsgarantie. Meine Malerei-Serie strebt dagegen eine subjektive Übermittlung an, das Bild dient der Projektion: was du siehst, ist was du kriegst.

 

SLOMO – steht für Slow Motion und bezieht sich auf den langwierigen Prozess, in dem diese Bilder entstehen. Fließende Acryl- und Ölfarben reagieren aufeinander, stoßen sich ab und verbinden sich in diversen Schichten mit Sand. Die Serie SLOMO wurde auf Finnpappe/Keilrahmen hergestellt, da sich dieser säurefreie Holzkarton (3mm) besonders gut für meine Mischtechnik eignet und sehr haltbar ist.

 

 

OTR   –  Off The Record    On The Run  –  On The Rush

 

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Zum Film  AUSSENPOSTEN

 

 

35mm-Film, Kinoformat,  s/w  30 min

Produktion:  dffb  –  Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin 1983

 

Uraufführung mit Orchester (live):  Kino Filmkunst 66, Berlin
Filmfestivals: Mannheim, Nancy, Edinburgh, Berlin
TV-Ausstrahlung: ZDF am 12.12.1984  (Das kleine Fernsehspiel)

 

Kamera, Buch, Regie, Schnitt:  Hartmut Fittkau
Musik:  Rainer Rubbert

 

Darsteller:   CaDeWe  (Cabarett des Westens)
Klaus Schindler (der Heftige)
Rainer Rubbert (der Statische)
sowie  Gaby Herpers, Jürgen Müller, Suse Köhler
und als Gast: Rüdger Rubbert

 

AUSSENPOSTEN war mein Abschlussfilm an der dffb,  die letzte Gelegenheit, noch mal ohne den Einfluss von Redakteuren, Produzenten und TV-Sendern einen Film zu drehen. Ich war allein mit der  Kamera unterwegs, ganz mit Blick auf die großen Stummfilmer Eisenstein,
Vertov und Ivens,  im Hinterkopf Walther Ruttmanns ‚Sinfonie der Großstadt‘. Allerdings wollte  ich weg vom sich objektiv gebenden Dokumentarfilm. Stattdessen wollte ich assoziative Bildketten zeigen, wie sie mir im Kopf herumspuken, wenn ich durch die Stadt streife.

 

Die Musik, eine eigenständige Original-Komposition von Rainer Rubbert, wurde speziell für den Film erarbeitet  und bei der Uraufführung unter Leitung von Berndt Heller durch ein Orchester der Hochschule für Musik Berlin live und synchron aufgeführt.

 

Ein Tag im (West)-Berlin Anfang der 80er Jahre: mit geladenem Revolver  durchstreift ein Mann die Stadt – ist er Jäger oder Gejagter, Freund oder Feind, Agent oder Normalbürger? Sein Gegenspieler scheint überall präsent zu sein. Die labile Situation der eingemauerten Stadt, in der noch überall die Spuren der Nazizeit und des verlorenen Krieges zu sehen sind. Es gelten die Gesetze des Kalten Krieges: Mauer und Abschottung, Belauern und Bedrohen. Die RAF hat gerade die Sinnlosigkeit des Terrorismus vorgeführt, computergestützte Überwachungstechniken werden entwickelt, das Orwell-Jahr 1984 steht vor der Tür.  Der amerikanische Präsident Ronald Reagan bezeichnet die Stadt als den ‚Außenposten der Freiheit‘.

 

Die Nachkriegsgeschichte spielt im Film eine zentrale Rolle, so auch der Mauerbau, der in der ‚linken‘ Filmakademie damals  eher als
Unthema galt.  Mauer/DDR und Wiedervereinigung wurden als ‚rechte‘ Themen betrachtet, waren absolut nicht angesagt.  Und ich kam vom linken Szene-Kabarett CaDeWe! Heute wissen wir, wie es weiterging. Ironie der Geschichte:  die dffb ist inzwischen ins Sony-Center
umgezogen, ausgerechnet an den Potsdamer Platz, damals noch im Todesstreifen gelegen, wo täglich riesige Krähenschwärme  demonstrierten, dass die Grenzsperren zu überwinden waren.

 

 

P.S.
Auf 35mm-Film zu drehen war für Filmstudenten damals der pure Luxus. Es fehlte immer wieder das Geld, um den Film fertigzustellen. Dies gelang schließlich mit großzügiger Unterstützung unseres Kabaretts CaDeWe! Für Requisiten fehlte uns trotzdem das Geld.
So musste ein altes, kaputtes Taschenradio als omnipräsentes Funksprechgerät herhalten. Es stand ahnungsvoll für die erst später
entwickelte Mobilfunk/Handy-Technik.
Einige Requisiten des Films befinden sich heute in meiner Assemblage ‚Fundstelle‘.
Link zum Film:
leider lässt die Wiedergabequalität im Netz noch sehr zu wünschen übrig, ich arbeite dran!

https://www.youtube.com/watch?v=Pq6ZBWTHSRo